Wer darf hinein – und warum?
KP-070 · Kapitel 9
Zehntausend Satoshi
Ein Geldfach. Ein Geheimnis.
Hinter dem geöffneten Portal beginnt nicht eine einzige Lektion, sondern eine Stadt voller Wege. Mira erhält ihr Begrüßungsgeld und entdeckt: Die Satoshi liegen nicht in der Wallet. Sichtbar ist ein Eintrag im Geldbuch. Nutzbar wird er erst mit dem passenden Geheimnis.

Hinter dem Portal
Im Grundlagenring öffnen sich vor Mira mehrere Wege.
Ein Lieferwagen gleitet vorbei. Über einer Tür leuchtet „Zugang bestätigt“. An einem Stand dreht sich eine gläserne Flasche unter dem Hinweis „Zahlung in Satoshi möglich“.
Mira ist durstig. Aber womit soll sie bezahlen?
Wer schreibt in dieses Geldbuch?
Keya: „Jeder neue Gast erhält einen kleinen Betrag, damit er die Stadt nicht nur ansehen, sondern benutzen kann.“
Mira: „Auf der Karte ist nichts.“
Keya: „Stimmt. Komm.“
Beim Durchqueren des Portals sah Mira für einen Herzschlag eine zweite Gestalt mit ihrem Rucksack und ihrer Haltung. Vielleicht nur ein Spiegelbild. Vielleicht auch nicht.
Das Geldbuch
Das Begrüßungsgeld liegt nicht auf der Karte.
Keya führt Mira zu einer Wand aus leuchtenden Feldern. Zahlen erscheinen, verschwinden und rücken weiter. In der Mitte öffnet sich ein neuer Eintrag.
„Stell es dir zunächst wie ein Geldfach aus Glas vor.“
Glas bedeutet: Wer die Fachnummer kennt, kann den Eintrag sehen. Aber aus Sichtbarkeit folgt noch kein Zugriff – und aus einer Nummer noch nicht automatisch ein Name.
Jeder darf hinsehen.
Wer die Fachnummer kennt, kann den öffentlichen Eintrag im Geldbuch betrachten.
Der Name steht dort nicht.
Erst wenn Mira die Nummer sichtbar mit sich verbindet, können andere diese Zuordnung vermuten oder kennen.
Nicht jeder darf ausgeben.
Die Satoshi werden nur freigegeben, wenn später der passende Geheimschlüssel korrekt verwendet wird.
Jeder kann das Geldfach sehen. Nicht jeder weiß automatisch, wem es gehört. Und nur der passende Geheimschlüssel kann die Satoshi nutzen.
Für besonders Neugierige · freiwilliger TiefenblickIst das Geldfach technisch wirklich ein Konto?
Für die Geschichte reicht das Geldfach-Bild. Dieser kurze Zusatz ist nur für alle, die wissen möchten, wie Bitcoin es technisch genauer macht.
Das gläserne Geldfach ist ein Lernbild. In der echten Bitcoin-Technik gibt es nicht einfach einen Kontostand in einem Fach. Dort stehen einzelne, noch ausgebbare Einträge im Geldbuch. Fachleute nennen sie UTXOs.
Miras Wallet leitet aus ihren Wörtern die passenden Schlüssel und öffentlichen Adressen ab und erkennt damit die Einträge, die sie später ausgeben darf. Für den Grundlagenring fassen wir diese Einträge zunächst als sichtbares Geldfach zusammen.
Nur für Mira sichtbar
Zwölf Wörter werden zu ihrem geheimen Notfall-Bauplan.
In einer geschlossenen Kabine erscheinen zwölf nummerierte Wörter. Nicht einmal Keya darf sie sehen. Mira schreibt sie auf Papier, prüft die Reihenfolge und verschließt die Karte in einer Hülle.
Die Wörter sind nicht einfach ein langes Passwort für jeden Einkauf. Aus ihnen kann eine passende Wallet später denselben Schlüsselbund wiederherstellen.
- 1MOND
- 2BRÜCKE
- 3••••••
- 4••••••
- 5••••••
- 6••••••
- 7••••••
- 8••••••
- 9••••••
- 10••••••
- 11••••••
- 12••••••
Viele Wörter und ihre möglichen Reihenfolgen ergeben unvorstellbar viele Kombinationen. Deshalb muss Mira nicht nur die Wörter, sondern auch ihre Reihenfolge bewahren.
Wallet einrichten
Die Wallet ist Werkzeug und Schlüsselbund – nicht der Ort des Geldes.
Mira gibt die zwölf Wörter geschützt in ihre neue Wallet ein. Das Gerät stellt daraus den passenden Schlüsselbund wieder her, erkennt das öffentliche Geldfach und zeigt die verfügbaren Satoshi.
Die Wallet liest den geheimen Bauplan. Die Satoshi werden dabei nicht in das Gerät verschoben.
Das Alltagsschloss
Die PIN öffnet dieses Gerät. Nicht das Geldbuch.
Mira sperrt die Wallet und öffnet sie wieder. Der Betrag verschwindet vom Display und erscheint nach der richtigen PIN erneut. Das Geldbuch kennt diese PIN nicht.
Damit andere Satoshi an das richtige Ziel senden können.
Sie schützt die Wallet im Alltag und bleibt auf diesem Gerät.
Sie können auf einer passenden neuen Wallet denselben Schlüsselbund herstellen.
Die Wallet ist gesperrt. Der Eintrag im Geldbuch besteht trotzdem weiter.
Nicht auswendig lernen
Ordne die Rollen richtig zu.
Keya prüft nicht, ob Mira Begriffe wiederholen kann. Sie will wissen, ob Mira versteht, was sichtbar sein darf, was ersetzt werden kann und was geheim bleiben muss.
Was darf sichtbar sein, wenn jemand Mira Satoshi senden möchte?
Was kann Mira ersetzen, wenn es verloren oder beschädigt wird?
Welche Aussage beschreibt die PIN richtig?
Öffentlich empfangen. Gerät schützen. Geheime Sicherung bewahren.
Die nächste Probe wartet schon
Ein Fremder hält Mira eine fertige Wallet hin.
Die eigene Wallet hat Mira selbst eingerichtet. Ihre zwölf Wörter hat niemand gesehen. Doch unter einem schmalen Vordach wartet ein Mann mit kupferfarbenen Brillengläsern. Er nennt das zweite Gerät ein Willkommensgeschenk.
„Eine Reserve-Wallet. Du musst nur zugreifen.“
Hinter ihm flackert auf einem Wegweiser ein schiefes grünes Quadrat.
